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Marschfraktur / Ermüdungsfraktur

Bei der Marschfraktur handelt es sich um eine Ermüdungsfraktur (Knochenbruch) meist an den Mittelfußknochen. Von der Marschfraktur sind besonders die Zehen II und III betroffen.  

Ursachen der Marschfraktur

Nach einer längeren mechanischen Überlastung der Mittelfußköpfchen kommt es bei der Marschfraktur zu einer Umbauzone im Knochen mit schlechterer Durchblutung und Schwellung. Ohne Therapie kommt es in diesem Bereich zu einer so genannten Ermüdungsfraktur. Sehr häufig tritt die Marschfraktur bei Soldaten nach langen Märschen sowie bei starker Belastung im Beruf z. B. bei Tänzerinnen auf. Selten ist die Ursache einer Marschfraktur auch eine Operation bei Hallux valgus.  

Diagnose der Marschfraktur

Die Patienten kommen wegen starken Schmerzen und Schwellungen im Mittel- und Vorfußbereich zum Arzt. Besonders unter Belastung verstärken sich die Schmerzen.  

Klinische Untersuchung bei Marschfraktur

Durch den behandelnden Arzt wird zunächst eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) bei Ihnen erhoben.

Er wird auf die verschiedenen auslösenden Ursachen zu sprechen kommen. Oft treten die Schmerzen und Schwellungen bei der Marschfraktur unter Belastung auf. Dies kann sowohl im Alltag als auch im Beruf zu starken Einschränkungen der Beweglichkeit führen.

Bei der körperlichen Untersuchung findet sich bei der Marschfraktur meist ein starker Druckschmerz und eine Schwellung über dem Mittelfußköpfchen. Oft besteht noch zusätzlich ein Knick-Senk-Spreizfuß. Entzündliche Veränderungen sind bei der Marschfraktur eher selten.  

Bei der Röntgenuntersuchung des Fußes in 2 Ebenen wird Ihr Arzt in der Regel nur selten am Anfang eine Veränderung am Knochen feststellen können. Erst später tritt eine Anschwellung des Knochens mit so genannter Kallusbildung (Vorknochen) im Röntgenbild auf. Meist ist es dann bereits zu einer Ermüdungsfraktur gekommen.  

Sollte Ihr Arzt den Verdacht auf eine Marschfraktur haben, wird er eine Ultraschall-Untersuchung vornehmen. Sollten hierbei auch keine wesentlichen degenerativen oder entzündliche Veränderungen festzustellen sein, wird er eine Kernspintomographie veranlassen.  

Bei der Kernspintomographie wird sehr früh der Beginn einer Marschfraktur festgestellt. Nebenwirkungen gibt es bei dieser Untersuchungsform keine, da starke Magnetfelder und keine Röntgenstrahlen eingesetzt werden. Sie sollten den behandelnden Radiologen trotzdem über evtl. Metallimplantate oder Herzschrittmacher informieren.

Therapie der Marschfraktur

In der Regel wird der behandelnde Arzt eine konservative Therapie bei der Marschfraktur einsetzen.

Wenn es noch zu keiner Ermüdungsfraktur gekommen ist, wird frühzeitig eine exakte Einlagenversorgung vorgenommen werden. Hierbei werden die Mittelfußknochen entlastet. Dies kann bei der Marschfraktur eine vollkommene Ausheilung ergeben.

Sehr oft kommt bei der Marschfraktur die Bildung von Kallusgewebe vor. Dies kann zu einem Druck auf die umgebenden Gewebe mit zeitweiligen Schmerzen führen. Nur selten ist danach eine operative Behandlung notwendig, da der Knochen sich im Laufe der Zeit wieder normal umbaut.  

Sollte es zu einer Ermüdungsfraktur gekommen sein, ist in der Regel eine Gipsruhigstellung für ca. 4 Wochen notwendig. Damit keine Durchblutungsstörungen oder Venenentzündungen (Thrombose) auftritt, wird in dieser Zeit eine Thromboseprophylaxe mit einem Heparin-Präparat notwendig. Dies wird entweder durch den Arzt oder durch Sie selbst in die Haut gespritzt. Über evtl. Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wird Sie Ihr behandelnder Arzt informieren.  

Krankengymnastik bei Ermüdungsfraktur:

Nach weitgehender Ausheilung der Marschfraktur ist durch die Ruhigstellung sowie die Schmerzen zunächst eine Bewegungseinschränkung festzustellen. Diese kann durch die Krankengymnastik wieder beseitigt werden.

Sehr gut bewährt hat sich die manuelle Therapie im Rahmen der Chirotherapie, um verkürzte Sehnen, Muskeln und Gelenkkapseln zu lösen.  

Physikalische Therapie bei Marschfraktur:

Durch die physikalische Therapie wird bei der Marschfraktur zu Beginn eine schmerzlindernde und abschwellende Therapie erreicht. Hier können z. B. Iontophoresen eingesetzt werden.

Im späteren Verlauf werden Therapien wie Laser und Ultraschall-Phonophoresen zur Lockerung des verklebten Gewebes eingesetzt, ggf. auch schmerzlindernde Therapien wie Hochvolt, TENS und Iontophoresen.  

Ergotherapie bei Ermüdungsfraktur:

Eine Ergotherapie ist bei der Marschfraktur in der Regel nicht notwendig.  

Orthopädie-technische Versorgung bei Marschfraktur:

Wie bereits o. e. kann durch Einlagen und dementsprechendes Schuhwerk der Vorfußbereich entlastet werden. Im Bereich der Schuhsohle kann durch so genannte Abrollhilfen der schmerzhafte Bereich geschont werden. Auch wird durch geeignetes Schuhwerk das erneute Auftreten einer Ermüdungsfraktur vermindert.

Operative Behandlung bei Marschfraktur:

Eine operative Behandlung der Ermüdungsfraktur ist nur in den seltensten Fällen notwendig. Sollte sich nach Abheilung der Marschfraktur eine starke Kallusbildung eingestellt haben, kann dies in seltenen Fällen operativ beseitigt werden. Hier sollten Sie mit dem Operateur eingehend den Behandlungsverlauf, die Nachbehandlung sowie evtl. Komplikationen ausführlich besprechen.  

Ich hoffe, Ihnen mit dieser kurzen Beschreibung der Marschfraktur weiter geholfen zu haben.  

Alle oben genannten therapeutischen Maßnahmen (bis auf die Operation) können in der orthopädischen Abteilung der Klinik am Homberg durchgeführt werden.  

Es erwartet Sie ein kompetentes Team von Ärzten, Krankengymnasten, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten. In den meisten Fällen wird Ihnen als Patient bei Marschfraktur durch unser Team umfassend geholfen.  

Ihr Team von der Klinik am Homberg

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Aktualisiert: Juli 2010

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